15M-Architektur: Strategische Einkaufsoptimierung

Einkaufsstrategie
Die 15M-Architektur - 
Einkaufsstrategie entwicklen und strategische Transformation des Einkaufs navigieren.

Die Einkaufsstrategie führt den Einkauf in die Zukunft. Sie orientiert sich an der Unternehmensstrategie und schafft heute die Voraussetzungen für den zukünftigen Einkaufserfolg. Sie garantiert mittel- und langfristig die sichere und kostenoptimierte Versorgung des Unternehmens in allen relevanten Beschaffungsmärkten sowie in der Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Sie zielt auf effiziente, digitale und KI-basierte Versorgungsprozesse und IT-Systeme.

 

Die 15M-Architektur ist ein ganzheitliches Einkaufsmanagementsystem das sämtliche Facetten einer Einkaufsstrategie in einem konsistenten System integriert. Die 15M-Architektur unterstützt die Formulierung und Umsetzung einer Einkaufsstrategie. Sie ist der Leitfaden, gleichsam das Navigationssystem, zur Entwicklung der Einkaufsstrategie.

 

Ansicht eines Whiteboards mit Notizen zur Strategiefindung

Ein Unternehmen hat auf seinen Absatzmärkten (hoffentlich) eine Unternehmensstrategie und jeweils eine Wettbewerbsstrategie. Um die Marktleistung zu produzieren, benötigt das Unternehmen Materialien und Dienstleistungen, die auf den Beschaffungsmärkten (= Supply-Märkten, z.B. Markt für Gussteile, für Elektromotoren, für IT-Dienstleistungen, …) bezogen werden.

 

In den einzelnen Supply-Märkten bieten in der Regel mehrere Lieferanten Leistungen an. Die Lieferanten sind im Bild als grüne Kreise in den Supply-Märkten symbolisiert. Für die strukturierte Zusammenarbeit im Unternehmen und mit den Lieferanten sind Prozesse und IT-Systeme erforderlich, z.B. der Ausschreibungs- bzw. der Beschaffungsprozess.

Das Vorgehen auf den Supply-Märkten und gegenüber den einzelnen Lieferanten muss koordiniert und auf die Unternehmens- und Wettbewerbsstrategien ausgerichtet werden. Diese Aufgabe erfolgt im Supply Management.

 

So ergeben sich fünf Strategiebausteine: (1) Rahmenstrategie, (2) Supply Marktstrategien, (3) Lieferantenstrategien, (4) Prozessstrategien und (5) Performance-Management mit Einkaufscontrolling und Reifegradmanagement.  

Die Logik der 15M-Architektur

SB01 Supply-Rahmenstrategie: In der Rahmenstrategie erfolgt die strategische Ausrichtung des Einkaufs an den Geschäftszielen und der Strategie des Unternehmens.

 

SB02 Supply-Marktstrategien: (auch Warengruppenstrategien bzw. Category Strategies genannt): Für jede bedeutsame Warengruppe bzw. für jeden bedeutsamen Beschaffungsmarkt wird eine Marktstrategie entwickelt. 

 

SB03 Lieferantenstrategien: (auch Lieferantenmanagement genannt): In den Lieferantenstrategien wird die Zusammenarbeit zu jeweils einem Lieferanten gesteuert. Je nach Bedeutung des Lieferanten sind differenzierte Strategien oder effizientes Lieferantenmanagement im Fokus. 

 

SB04 Supply-Prozessstrategien: In den Prozessstrategien erfolgt die nachhaltige Optimierung der Einkaufsprozesse und deren Digitalisierung (inklusive KI). 

 

SB05 Supply-Performance Management: Im Performance Management sind die Managementaufgaben, wie Controlling, Organisation, Personal und Führung zusammengefasst. Mit dem Reifegradmanagement wird das Einkaufsmanagement selbst fortentwickelt. 

 

15 Module: Die fünf Strategiebausteine werden in 15 Module (=15M) untergliedert. Die einzelnen Module werden zusammen mit dem jeweiligen Strategiebaustein vorgestellt.

 

Risikomanagement im Einkauf: Das Risikomanagement ist eine Querschnittsfunktion, welche in alle Einkaufsentscheidungen integriert ist.

Die 5 Strategiebausteine

Die 15M-Architektur integriert alle Aspekte des Einkaufs in einem durchgängigen Einkaufsmanagement-System. Ausgangspunkt sind  die Geschäftsziele und die Strategien des Unternehmens. Über die 15M-Architektur werden diese in alle Einkaufsentscheidungen kaskadiert.

 

  • Integration aller Aspekte des Einkaufs in einem modularen System mit definierten Schnittstellen
  • Ausgangspunkt sind die Unternehmens- und die Wettbewerbsstrategien, sowie die Geschäftsziele des Unternehmens
  • Durchgängiges Anforderungsmanagement mit allen relevanten Stakeholdern
  • Systematische Beachtung des Zielemix: Versorgung, Kosten, Qualität und Innovation, Finanzen, Nachhaltigkeit und Risiken

Ganzheitlich und strategisch

Der modulare Ansatz der 15M-Architektur ermöglicht einen schrittweisen Aufbau des strategischen Einkaufs. Je nach Priorität und Kapazität kann die Entwicklung des strategischen Einkaufs an beliebiger Stelle begonnen werden. Die 15M-Architektur sichert die zukünftige Kompatibilität.

 

  • Modularer Aufbau ermöglicht schrittweise Entwicklung nach Kapazität und Kompetenzentwicklung im Einkauf (mittelstandstauglich)
  • Entwicklung des Einkaufs orientiert sich an der strategischen Vision (strategische Story)
  • 15M-Reifegradmanagement steuert die nachhaltige Entwicklung des Einkaufs regelkreisbasiert
  • In Konzernstrukturen können die Module - je nach Priorität - in unterschiedlicher Reihenfolge aufgebaut werden.

Evolutionär und modular:

Die 15M-Architektur wurde in Zusammenarbeit mit Praxispartnern entwickelt. Sie ist seit über fünfzehn Jahren im Praxiseinsatz und wird systematisch fortentwickelt. In der 15M-Architektur werden alle Strategien bis auf die Ebene von Maßnahmen und KPI´s konkretisiert und gesteuert.

 

  • Integration von Change Management-Anforderungen
  • Strikt regelkreisbasierte Vorgehensweise der Strategieumsetzung
  • Seit über 15 Jahren praxiserprobt - branchenunabhängig
  • 15M-Architektur wurde in Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt

Umsetzungsorientiert und praxiserprobt

Die 15M-Architektur zielt auf die cross-funktionale Koordination aller Einkaufsaktivitäten im Unternehmen und in den Märkten. Die Führungsrolle gegenüber den Lieferanten (One Face to the Supplier) sollte vom Einkauf als geschätztem Business-Partner übernommen werden.

 

  • Verantwortung für die Lieferantenschnittstelle und Bündelung der Anforderungen
  • Verantwortung für Ausschreibungen und Compliance
  • Strategische Verantwortung für die Supply Chain
  • Geschätzter Business Partner

One Face to the Supplier:

Die 15M-Architektur integriert zwei Sichten: 
Sie beschreibt das Einkaufsmanagement-System und sie unterstützt Unternehmen bei der Formulierung und Umsetzung ihrer Einkaufsstrategie.

 

Das Einkaufsmanagement-System (EMS):

Das Einkaufsmanagement-System des Unternehmens beschreibt das Regelwerk, nach dem der Einkauf abzuwickeln ist. Kein Fußballspiel bzw. kein Straßenverkehr würde ohne Regelwerk funktionieren. Ebenso benötigt der Einkauf klare Regeln. Die 15M-Architektur strukturiert und beschreibt das Einkaufsmanagement-System des Unternehmens mit den Ebenen (1) Guiding Principles, (2) Elemente des Einkaufsmanagement-Systems, (3) Purchasing Manual und (4) Prozessbeschreibungen.

 

Die Einkaufsstrategie steht für die dynamische Entwicklung des Einkaufs sowohl im Gesamteinkauf wie in den Materialgruppen, bei Lieferanten und in den Prozessen:

  • Dabei kann sich die Veränderung auf die Wettbewerbsposition des Unternehmens beziehen, z. B. Second Sources in verschiedenen Märkten aufzubauen, lokale Versorgung für das neue Werk in China sichern.
  • Alternativ kann das Regelwerk fortenwickelt werden, z. B. aufbau eines Lieferanten-Risikomanagements.

Zwei Sichten der 15M-Architektur

Das Einkaufsmanagement-System beschreibt das Regelwerk des Einkaufs. Darin sind unter anderem auch der Prozess, Methoden und Tools zur Formulierung und Umsetzung der Einkaufsstrategie mit den Bestandteilen Rahmenstrategie, Supply-Marktstrategien, Lieferantenstrategien und Prozessstrategien geregelt.

 

Die Einkaufsstrategie gestaltet die Veränderungen des Einkaufs. Die Fortentwicklung des Einkaufsmanagement-Systems ist dabei ein zentraler Aspekt. Beispielsweise werden die Einführung eines neuen Beschaffungsprozesses und -tools oder die Fortentwicklung des Lieferantenmanagements durch strategische Stoßrichtungen gesteuert.

 

Mit der Reifegradanalyse werden Verbesserungsideen im EMS indentifiziert. In der Rahmenstrategie werden die Verbesserungsideen priorisiert und ggf. umgesetzt.

Verknüpfung Einkaufsmanagement
und Einkaufsstrategie

Strategische Transformation bedeutet, den Einkauf schrittweise zum wirklich strategischen Einkauf und drüber hinaus zur Exzellenz zu entwicklen. Die Entwicklung eines Einkaufsmanagement-Systems benötigt Zeit. Der Weg ist lang, aber erste Erfolge wirken kurzfristig.

 

Motor der strategischen Transformation ist die Rahmenstrategie, die schrittweise die Ausreifung des Einkaufsmanagement-Systems vorantreibt. Mit der Reifegradanalyse werden Verbesserungsideen zum Einkaufsmanagement-System identifiziert und in der Rahmenstrategie priorisiert und ggf. mit strategischen Stoßrichtungen und strategischen Projekten umgesetzt. Dieser Schritt wird jährlich wiederholt. Der Transformationsprozess wird mit einem Change Management-Programm begleitet.

Strategische Transformation mit der 
15M-Architektur

Lassen Sie uns zusammen Lösungen finden.

Seit über 20 Jahren unterstützen wir die

strategische Transformation des Einkaufs von Unternehmen, 
um den Einkauf zum strategischen Player im Unternehmen

 zu machen.

Abbildung Prof. Dr. Gerhard Heß; Professor für Supply Management

Prof. Dr. Gerhard Heß

Professor für Supply Management an der TH Nürnberg 

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