Rahmenstrategie
Der Motor der strategischen Transformation: Den Einkauf ganzheitlich entwickeln und auf die Unternehmensstrategie ausrichten.
Die Rahmenstrategie entwickelt die strategische Ausrichtung des Einkaufs mit Hilfe von strategischen Stoßrichtungen. Basis sind die Wertbeitragsziele des Einkaufs, die den Beitrag des Einkaufs für die Unternehmensstrategie, die Geschäftsziele und die Anforderungen der Stakeholder definieren. Die Rahmenstrategie steuert die strategische Transformation des Einkaufs. Eine Rahmenstrategie ist in der Regel in Power Point ausgearbeitet und umfasst leicht 30 bis 100 Seiten. Eine Rahmenstrategie sollte regelmäßig gecheckt und jährlich fortgeschrieben werden. Alle drei bis fünf Jahre ist in der Regel eine neue Strategie auszuarbeiten.
Die Rahmenstrategie gliedert sich in vier Module:
N1 - Wertbeitragsziele festlegen: Auf Basis der Unternehmensstrategie, der Geschäftsziele und den Anforderungen der Stakeholder werden die Wertbeitragsziele abgeleitet.
N2 - Supply Guideline festlegen: Parallel zu den Wertbeitragszielen werden die Vision und grundsätzliche Richtlinien des Einkaufs definiert.
N3 - Strategische Analyse druchführen: Mit der Analyse der strategischen Ausgangssituation wird die Strategieformulierung vorbereitet.
N 4 - Strategische Ausrichtung formulieren: Die strategischen Entwicklungslinien des Einkaufs werden sloganhaft formuliert, strategische Stoßrichtungen definiert, im Detail beschrieben und mit strategischen Projekten konkretisiert.
Aufbau der Rahmenstrategie
Die Wertbeitragsziele sind die zentralen Zielsetzungen des Einkaufs. Sie definieren, wie der Einkauf zum Unternehmenswert beitragen soll. Wertbeitragsziele sollten möglichst präzise beschrieben werden, d. h. qualitativ erläutert, mit KPI´s gemessen und mit Treibergrößen überwacht werden. Wertbeitragsziele können in vier Themengebiete strukturiert werden:
(1) Ziele zum normativen Rahmen, z. B. Einhaltung von Compliance-Richtlinien
(2) Geschäftsziele, z. B. Materialkostenveränderung
(3) Ziele der Unternehmensstrategie, z. B. Aufbau eines Einkaufs in China und chinesischer Lieferanten im Rahmen der Strategie "Aufbau eines Fertigungsstandortes in China"
(4) Anforderungen anderer Funktionalbereiche, z. B. Steigerung der Lieferantenqualität
N1 - Wertbeitragsziele festlegen
Die Supply Guideline ist als normativer Rahmen des Einkaufs zu verstehen und kann vielfältige Formen annehmen, z. B. Einkaufsvision oder Leitbild. Beispielsweise ist der Slogan: "Der Einkauf entwickelt sich zum geschätzten Business Partner" für einen Einkauf zu Beginn seiner strategischen Transformation visionär. Die Vision ist für ihre Umsetzung zu konkretisieren. Im Bild findet sich eine Konkretisierung zur Vision "Der Einkauf entwickelt sich zum geschätzen Business-Partner." Mit den strategischen Stoßrichtungen wird dann der Weg skizziert, wie die Vision verwirklicht werden soll.
Zusammenfassend: Geschätzt wird im Sinne von wertgeschätzt verstanden.
N2 - Supply Guideline festlegen
In der strategischen Analyse wird die aktuelle strategische Situation analysiert. Standardanalysen sind beispielsweise die Definition der strategisch relevanten Beschaffungsmärkte oder die Analyse von Top-Risiken mit der Risk-Map. Spezialanalysen besziehen sich auf aktuelle Fragen, z. B. De-Risking China, US-Zollpolitik-Analyse oder Potentiale und Risiken von KI. Mit zunehmender Reife des Einkaufs gewinnen diese Analysen an Tiefe.
N3 - Strategische Analyse druchführen
Die Rahmenstrategie wird meist mit drei bis fünf strategischen Stoßrichtungen formuliert. Die strategischen Stoßrichtungen sollten näher erläutert werden und mit strategischen Projekten und Strategietreibern konkretisiert werden. Strategietreiber sind Kennzahlen, die den Strategiefortschritt aufzeigen. Das Bild zeigt beispielhaft die strategische Stoßrichtung "Aufbau von Marktstrategien". Die Strategietreiber, sowie die Maßnahmen sollten regelmäßig gecheckt und die Strategie jährlich fortgeschrieben werden.
N4 - Strategische Ausrichtung
Das Bild zeigt beispielhaft den One-Pager der Rahmenstrategie der Schreiner Group (Heß, Laschinger 2019, S. 85) und veranschaulicht deren grundsätzlichen Aufbau:
- Zeile 1: Die Strategien der Schreiner Group sind Input der Rahmenstrategie
- Zeile 2: Quantitative Wertbeitragsziele des Einkaufs werden im Dashboard gesteuert. Aus Geheimhaltungsgründen sind die Zahlenwerte zugedeckt.
Dritter Teil der Grafik:
Spalte 1: Qualitative Wertbeitragsziele sind im Strategiepapier detailliert ausgearbeitet.
Spalte 2: Vier strategische Stoßrichtungen - Diese sind im Strategiepapier detailliert beschrieben, z. B. "Wir unterstützen den Aufbau des China-Geschäftes, insbesondere durch Lokalisierung der Beschaffung"
Spalte 3+4: Strategische Projekte - Werden mit Mulitprojektmanagement gesteuert. Die Farbgebung zeigt die Zuordnung der Projekte zur strategischen Stoßrichtung auf. Guideline und Strategische Analyse sind im One-Pager nicht dargestellt.







